Shiatsu, Massage, Seitai und Relaxation in Japan
Unterscheiden anhand der staatlichen Lizenz
Kurze Antwort
In Japan dürfen Anma, Massage und Shiatsu grundsätzlich nur Ärztinnen und Ärzte sowie Inhaberinnen und Inhaber der staatlichen Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“ (Anma Massage Shiatsu Practitioner) berufsmäßig ausüben. Ein anderer Name ändert daran nichts, wenn die Tätigkeit dieselbe ist (Gesetz Nr. 217 von 1947, Artikel 1). Für sogenanntes Seitai, Chiropraktik und Relaxation gibt es kein staatliches Lizenzsystem. Sie sind nicht pauschal verboten, verboten sind aber Anwendungen, die die Gesundheit von Menschen gefährden können (Großer Senat des Obersten Gerichtshofs, Urteil vom 27. Januar 1960). Am Namen allein lässt sich das kaum erkennen. Die Lizenz prüfen Sie am Schild, an den Aushängen in der Einrichtung und an der Lizenzurkunde (Merkblatt des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales).
Handtechniken tragen in Japan viele Namen. Diese Seite ordnet sie Name für Name: ob es eine staatliche Lizenz gibt und was das Recht dazu sagt. Grundlage sind nur japanische Gesetze, Gerichtsurteile und amtliche Veröffentlichungen. Es geht um die rechtliche Einordnung, nicht darum, was besser ist. Diese Seite erklärt das japanische System. Auf die Systeme anderer Länder und Regionen geht sie nicht ein.
Nach Namen suchen
01Name für Name
„Staatliche Lizenz“ meint hier eine Lizenz, die der japanische Minister für Gesundheit, Arbeit und Soziales erteilt.
Shiatsu (指圧)
Shiatsu gehört zum Bereich der staatlichen Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“ (Anma Massage Shiatsu Practitioner). Ohne diese Lizenz darf es nicht berufsmäßig ausgeübt werden.
- Staatliche Lizenz: ja („あん摩マッサージ指圧師“, Anma Massage Shiatsu Practitioner)
- Rechtsgrundlage: 「あん摩マツサージ指圧師、はり師、きゆう師等に関する法律」(„Gesetz über Anma-Massage-Shiatsu-Praktizierende, Akupunktur- und Moxibustions-Praktizierende usw.“, Gesetz Nr. 217 von 1947; im Folgenden Ahaki-Gesetz), Artikel 1: 「医師以外の者で、あん摩、マツサージ若しくは指圧…を業としようとする者は…免許…を受けなければならない」(„Wer, ohne Arzt zu sein, Anma, Massage oder Shiatsu … berufsmäßig ausüben will, muss … eine Lizenz … erhalten.“)
- Was erlaubt ist: Anma, Massage und Shiatsu berufsmäßig auszuüben. Wer eine Einrichtung eröffnet, zeigt dies innerhalb von zehn Tagen an (Artikel 9-2).
- Was nicht erlaubt ist: Operationen und die Gabe von Arzneimitteln (Artikel 4). Ohne ärztliche Zustimmung an der Stelle einer Verrenkung oder eines Knochenbruchs zu arbeiten (Artikel 5). Wer ohne Lizenz berufsmäßig tätig ist, kann mit einer Geldstrafe bis zu 500.000 Yen belegt werden (Artikel 13-7).
- So prüfen Sie es: die Angabe der Lizenz auf dem Schild sowie in der Einrichtung der Aushang der Anzeige und der Lizenzurkunde (oder eines Schriftstücks mit ihrem Inhalt). Manche Praktizierende tragen zusätzlich den freiwilligen 「厚生労働大臣免許保有証」(„Ausweis über den Besitz einer Lizenz des Ministers für Gesundheit, Arbeit und Soziales“) (Merkblatt des Ministeriums).
Massage und Anma (マッサージ・あん摩)
Im japanischen Gesetz steht Massage neben Shiatsu. Wer sie berufsmäßig ausübt, braucht dieselbe Lizenz. Das Wort „Massage“ auf einem Schild oder einer Karte bedeutet in Japan aber nicht immer eine Tätigkeit mit staatlicher Lizenz.
- Staatliche Lizenz: ja (dieselbe Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“ wie für Shiatsu)
- Rechtsgrundlage: Ahaki-Gesetz, Artikel 1
- Gut zu wissen: Das Merkblatt des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales nennt 「足裏マッサージ」(„Fußsohlenmassage“) als ein Beispiel ohne staatliches Lizenzsystem. Das Kabinett schrieb 2005 in einer schriftlichen Antwort: Mit 「マツサージ」(„Massage“) für Einrichtungen zu werben, in denen keine Massage ausgeübt wird, 「誤認されるおそれがあり、公衆衛生上も看過できない」(„kann zu Irrtümern führen und ist auch aus Sicht der öffentlichen Gesundheit nicht hinnehmbar“). Das Ministerium fordere die zuständigen Stellen der Präfekturen zu der nötigen Anleitung auf. Die Werberichtlinie von 2025 enthält denselben Hinweis.
- So prüfen Sie es: wie bei Shiatsu.
Akupunktur und Moxibustion (はり・きゅう, Hari und Kyu)
Akupunktur (はり, Hari) und Moxibustion (きゅう, Kyu) brauchen jeweils eine eigene staatliche Lizenz: „はり師“ (Acupuncturist) und „きゅう師“ (Moxibustionist).
- Staatliche Lizenz: ja (zwei getrennte Lizenzen)
- Rechtsgrundlage: Ahaki-Gesetz, Artikel 1
- Was nicht erlaubt ist: Operationen und die Gabe von Arzneimitteln (Artikel 4). Wer ohne Lizenz berufsmäßig tätig ist, kann mit einer Geldstrafe belegt werden (Artikel 13-7).
- So prüfen Sie es: wie bei Shiatsu, also am Schild, an den Aushängen in der Einrichtung und an der Lizenzurkunde.
Judo-Seifuku (柔道整復; Sekkotsu-in und Seikotsu-in)
Judo-Seifuku (柔道整復) üben Inhaberinnen und Inhaber der japanischen staatlichen Lizenz „柔道整復師“ (Judo Therapist) aus. Es gilt ein anderes Gesetz als für die Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“.
- Staatliche Lizenz: ja („柔道整復師“, Judo Therapist)
- Rechtsgrundlage: 柔道整復師法 (Gesetz Nr. 19 von 1970), Artikel 15: 「医師である場合を除き、柔道整復師でなければ、業として柔道整復を行なつてはならない。」(„Außer Ärzten darf niemand Judo-Seifuku berufsmäßig ausüben, der nicht Judo Therapist ist.“)
- Was nicht erlaubt ist: Operationen und die Gabe von Arzneimitteln (Artikel 16). Ohne ärztliche Zustimmung an der Stelle einer Verrenkung oder eines Knochenbruchs zu arbeiten. Erste Hilfe ist davon ausgenommen (Artikel 17).
- Bezeichnungen: Nach einer Bekanntmachung des damaligen Ministeriums für Gesundheit und Soziales dürfen Einrichtungen für Judo-Seifuku mit 「ほねつぎ(又は接骨)」(„Honetsugi (oder Sekkotsu)“, etwa „Knocheneinrichten“) werben (Bekanntmachung Nr. 70 von 1999). Sekkotsu-in (接骨院) und Seikotsu-in (整骨院) sind die üblichen Namen von Einrichtungen für Judo-Seifuku.
- So prüfen Sie es: Fragen Sie am Empfang, ob die Person, die Ihre Sitzung gibt, die Lizenz „柔道整復師“ besitzt. Einrichtungen müssen innerhalb von zehn Tagen nach der Eröffnung angezeigt werden (Artikel 19).
Seitai (整体)
Seitai (整体) ist ein japanischer Name für unterschiedliche Handtechniken. Für diesen Namen gibt es kein staatliches Lizenzsystem. Was angeboten wird, ist verschieden (Verbraucherschutzbehörde 2017: 「その施術内容は事業者によりまちまちです」(„Der Inhalt der Anwendungen ist von Anbieter zu Anbieter verschieden.“)).
- Staatliche Lizenz: keine (Merkblatt des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales: 「いわゆる整体、カイロプラクティック、リラクゼーション、足裏マッサージなど国家資格制度がない者」(„Anbieter ohne staatliches Lizenzsystem, etwa sogenanntes Seitai, Chiropraktik, Relaxation oder Fußsohlenmassage“))
- Rechtsgrundlage: Kein Gesetz regelt eine Lizenz oder einen Tätigkeitsbereich für Seitai. Maßgeblich sind Artikel 12 des Ahaki-Gesetzes (medizinähnliche Handlungen, 医業類似行為) und die Auslegung durch den Obersten Gerichtshof (siehe 02 und 03).
- Was erlaubt ist und was nicht: Seitai ist nicht pauschal verboten. Verboten sind aber Anwendungen, die die Gesundheit von Menschen gefährden können. Wer ohne Lizenz berufsmäßig etwas ausübt, das objektiv Shiatsu oder Ähnliches ist, verstößt gegen Artikel 1 des Ahaki-Gesetzes (Antwort Ihatsu Nr. 467 von 1960, 医発第467号).
- So prüfen Sie es: Wer unter dem Namen Seitai arbeitet, kann eine andere staatliche Lizenz besitzen. Entscheiden Sie nicht nach dem Namen. Fragen Sie nach der Lizenz der Person, die Ihre Sitzung gibt.
Chiropraktik (カイロプラクティック)
Unabhängig von ihrem Status in anderen Ländern gibt es für Chiropraktik in Japan kein staatliches Lizenzsystem. Das damalige Ministerium für Gesundheit und Soziales legte 1991 in einer Mitteilung fest, wie mit ihr umzugehen ist, um Unfälle zu vermeiden.
- Staatliche Lizenz: keine (Merkblatt des Ministeriums). 「カイロプラクター」(„Chiropraktiker“) ist in Japan keine Bezeichnung einer staatlichen Lizenz.
- Rechtsgrundlage: Kein Gesetz regelt eine Lizenz oder einen Tätigkeitsbereich. Den Umgang regelt die Mitteilung der Abteilung für medizinische Angelegenheiten 「医業類似行為に対する取扱いについて」(„Zum Umgang mit medizinähnlichen Handlungen“, 28. Juni 1991, Iji Nr. 58, 医事第58号). Das Kabinett verwies 2019 in einer schriftlichen Antwort erneut auf diese Mitteilung.
- Was die Mitteilung sagt
- Bei Erkrankungen, die eine Ärztin oder ein Arzt eindeutig festgestellt hat, etwa Bandscheibenvorfall, Osteoporose oder atlantoaxiale Subluxation, gilt: 「カイロプラクティック療法の対象とすることは適当ではない」(„nicht geeignet, Gegenstand der Chiropraktik-Therapie zu sein“)
- 「頚椎に対する急激な回転伸展操作を加えるスラスト法は、患者の身体に損傷を加える危険が大きいため、こうした危険の高い行為は禁止する必要がある」(„Die Thrust-Technik, bei der die Halswirbelsäule plötzlich gedreht und überstreckt wird, birgt ein großes Risiko, den Körper des Patienten zu verletzen; daher ist es notwendig, solche Handlungen mit hohem Risiko zu verbieten.“)
- Wenn sich die Symptome trotz der Sitzungen verschlechtern oder nicht nachlassen: 「施術を中止して速やかに医療機関において精査を受けること」(„die Anwendungen abzubrechen und sich umgehend in einer medizinischen Einrichtung gründlich untersuchen zu lassen“)
- 「がんの治癒等医学的有効性をうたった広告」(„Werbung, die eine medizinische Wirksamkeit verspricht, etwa die Heilung von Krebs“) unterliegt der Regulierung.
- So prüfen Sie es: Praktizierende können eine andere staatliche Lizenz besitzen. Fragen Sie nach der genauen Bezeichnung.
Relaxation (リラクゼーション, Entspannungsangebote)
Die Verbraucherschutzbehörde beschreibt Relaxationsmassage als Anwendung 「心身の緊張を弛緩させることを目的とした」(„mit dem Ziel, die Anspannung von Körper und Geist zu lösen“). Ein staatliches Lizenzsystem gibt es dafür nicht.
- Staatliche Lizenz: keine (Merkblatt des Ministeriums)
- Rechtsgrundlage: Kein Gesetz regelt eine Lizenz oder einen Tätigkeitsbereich. Das Kabinett erklärte 2019 in einer schriftlichen Antwort, das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie sei für gesundheitsbezogene Branchen zuständig, 「あはき法を含む関係法令の遵守を前提として、リラクゼーション業を含む」(„unter der Voraussetzung, dass die einschlägigen Gesetze einschließlich des Ahaki-Gesetzes eingehalten werden, einschließlich der Relaxationsbranche“).
- Was nicht erlaubt ist: Unabhängig vom Namen verstößt gegen Artikel 1 des Ahaki-Gesetzes, wer ohne Lizenz berufsmäßig etwas ausübt, das objektiv Anma, Massage oder Shiatsu ist. Die Werberichtlinie des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales von 2025 nennt Angaben 「不適切」(„unangemessen“), die den Eindruck erwecken, es werde eine lizenzpflichtige Tätigkeit angeboten. Auch Formulierungen über Anwendungen gegen Symptome wie 「腰痛」(„Kreuzschmerzen“) oder 「肩こり・疲労」(„Schulterverspannung und Müdigkeit“) sollen nicht verwendet werden. Dieser Teil der Richtlinie betrifft Anbieter ohne staatliches Lizenzsystem und soll freiwillige Maßnahmen fördern.
- So prüfen Sie es: Eine staatliche Lizenz lässt sich hier nicht prüfen. Ob die Person eine andere staatliche Lizenz besitzt, können Sie erfragen.
Momihogushi (もみほぐし)
„Momihogushi“ (もみほぐし, etwa „Kneten und Lockern“) ist kein Begriff aus japanischen Gesetzen oder staatlichen Lizenzen (kein Treffer in e-Gov, der Datenbank der japanischen Gesetze).
- Staatliche Lizenz: Eine Lizenz mit dem Namen „Momihogushi“ gibt es nicht.
- Maßstab: Wie bei den anderen Namen zählt, was tatsächlich gemacht wird. Ist es Anma, Massage oder Shiatsu und wird es berufsmäßig ausgeübt, ist die Lizenz nach Artikel 1 des Ahaki-Gesetzes nötig.
- So prüfen Sie es: Fragen Sie, ob die Person eine staatliche Lizenz besitzt und wie diese genau heißt.
Headspa (ヘッドスパ)
Kein Gesetz legt „Headspa“ fest, und es gibt keine eigene staatliche Lizenz mit diesem Namen (kein Treffer in e-Gov, der Datenbank der japanischen Gesetze).
- Staatliche Lizenz: Eine Lizenz mit dem Namen „Headspa“ gibt es nicht.
- Maßstab: Wie bei den anderen Namen zählt, was tatsächlich gemacht wird. Ist es Anma, Massage oder Shiatsu und wird es berufsmäßig ausgeübt, ist die Lizenz nach Artikel 1 des Ahaki-Gesetzes nötig.
- So prüfen Sie es: wie bei Momihogushi.
02Was das Gesetz festlegt (wo ein Verstoß beginnt)
Anwendungen ohne staatliches Lizenzsystem sind als solche nicht pauschal verboten. Ein Verstoß liegt in Fällen wie diesen vor:
- Ohne Lizenz berufsmäßig etwas auszuüben, das objektiv Anma, Massage, Shiatsu, Akupunktur oder Moxibustion ist (Ahaki-Gesetz, Artikel 1 und 13-7; Antwort Ihatsu Nr. 467). Für Judo-Seifuku gilt dasselbe (柔道整復師法, Artikel 15 und 29).
- Andere medizinähnliche Handlungen als die unter 1 berufsmäßig auszuüben, wenn sie die Gesundheit von Menschen gefährden können (Ahaki-Gesetz, Artikel 12 und 13-7; Oberster Gerichtshof, 27. Januar 1960).
- Etwas zu tun, das Ausübung der Medizin ist. Artikel 17 des Ärztegesetzes (医師法) lautet: 「医師でなければ、医業をなしてはならない。」(„Wer nicht Arzt ist, darf die Medizin nicht ausüben.“) Ein Verstoß wird mit Freiheitsstrafe (拘禁刑) bis zu drei Jahren, Geldstrafe bis zu einer Million Yen oder beidem bestraft (Artikel 31).
- Eine Leistung als deutlich besser darzustellen, als sie tatsächlich ist (Gesetz gegen ungerechtfertigte Prämien und irreführende Angaben, Artikel 5 Nr. 1). Das gilt für alle Branchen. Die Behörden können 「合理的な根拠を示す資料」(„Unterlagen, die eine sachliche Grundlage belegen“) für die Angabe verlangen (Artikel 7 Abs. 2).
Die Werbung von Einrichtungen mit staatlicher Lizenz ist gesetzlich auf bestimmte Angaben beschränkt, etwa die Lizenz der Praktizierenden und den Namen der Einrichtung (Ahaki-Gesetz, Artikel 7; 柔道整復師法, Artikel 24).
03Das Urteil des Obersten Gerichtshofs
Der Große Senat des Obersten Gerichtshofs entschied am 27. Januar 1960 (Showa 35) über Artikel 12 und Artikel 14 des damals geltenden Gesetzes. Das Verbot und die Bestrafung medizinähnlicher Handlungen seien so zu verstehen: 「人の健康に害を及ぼす虞のある業務行為に限局する趣旨と解しなければならない」(„Es ist so auszulegen, dass es auf berufliche Handlungen beschränkt ist, die die Gesundheit von Menschen gefährden können.“). Das Kabinett erklärte 2019 in einer schriftlichen Antwort, es lege die medizinähnlichen Handlungen im heutigen Ahaki-Gesetz auf Grundlage dieses Urteils ebenso aus. Ob eine solche Gefahr besteht, 「行為の具体的な態様から総合的に判断される」(„wird umfassend anhand der konkreten Art und Weise der Handlung beurteilt“).
Das damalige Ministerium für Gesundheit und Soziales stellte im selben Jahr klar, dass das Urteil nicht über Anma, Akupunktur, Moxibustion und Judo-Seifuku entschieden hat (Mitteilung Ihatsu Nr. 247-1, 医発第247号の1). Dieselbe Mitteilung legt das Verbot so aus, dass es gilt, 「医学的観点から少しでも人体に危害を及ぼすおそれがあれば」(„wenn aus medizinischer Sicht auch nur die geringste Gefahr einer Schädigung des menschlichen Körpers besteht“).
04Plötzliche Manipulation am Hals: Was die Behörden sagen
Unter den Techniken am Hals nennt die Mitteilung von 1991 ausdrücklich die Thrust-Technik, ein plötzliches Drehen und Überstrecken der Halswirbelsäule, als „Handlung mit hohem Risiko“.
- Mitteilung des damaligen Ministeriums für Gesundheit und Soziales von 1991 (Iji Nr. 58): 「とりわけ頚椎に対する急激な回転伸展操作を加えるスラスト法は、患者の身体に損傷を加える危険が大きいため、こうした危険の高い行為は禁止する必要があること」(„Insbesondere birgt die Thrust-Technik, bei der die Halswirbelsäule plötzlich gedreht und überstreckt wird, ein großes Risiko, den Körper des Patienten zu verletzen; daher ist es notwendig, solche Handlungen mit hohem Risiko zu verbieten.“). Drehen und Überstrecken heißt hier: den Hals verdrehen und dabei nach hinten beugen.
- Dieselbe Mitteilung sagt: Hat eine Ärztin oder ein Arzt eine Erkrankung an Hals oder Wirbelsäule eindeutig festgestellt, etwa eine atlantoaxiale Subluxation, eine instabile Wirbelsäule oder eine Spinalkanalstenose, ist Chiropraktik nicht geeignet.
- Verbraucherschutzbehörde (消費者庁, 26. Mai 2017): Sie fasste 1.483 Unfallmeldungen zu Handtechniken ohne gesetzliches Lizenzsystem zusammen. Darin gibt es einen Abschnitt 「首の施術による事故事例」(„Unfallbeispiele durch Anwendungen am Hals“). Darunter ist ein Fall: 「頭をつかまれて引っ張られた」(„Der Kopf wurde gepackt und gezogen.“). Danach traten starke Schmerzen und Taubheit in der Hand auf. Die Angabe beruht auf einer Meldung; ein ursächlicher Zusammenhang mit der Anwendung ist nicht bestätigt (zu den Meldungen heißt es: 「事実関係や因果関係が確認されていない事例を含む」(„enthält Fälle, in denen Sachverhalt und ursächlicher Zusammenhang nicht bestätigt sind“)).
- Nationales Verbraucherzentrum Japans (国民生活センター, 2. August 2012): Bei Beratungsanfragen zu Schäden durch Handtechniken war der Hals in 135 Fällen (17,8 %) der hauptsächlich betroffene Körperteil. Beim Hals ist der Anteil der Kategorie 「神経・脊髄の損傷」(„Verletzungen von Nerven und Rückenmark“) hoch. Zu dieser Kategorie zählen auch Brüche und Verstauchungen der Wirbelsäule. Die Zahlen umfassen alle Handtechniken, auch solche mit staatlicher Lizenz.
- Rat der Verbraucherschutzbehörde: Wer eine Erkrankung hat, etwa 「心疾患、けい椎脊索狭さく症、骨粗しょう症など」(„Herzerkrankungen, Stenose des Halswirbelkanals, Osteoporose usw.“), soll vor der Sitzung eine Ärztin oder einen Arzt fragen. Schmerzen oder Unbehagen während der Sitzung soll man sofort mitteilen. Wer sich nach der Sitzung unwohl fühlt, soll so bald wie möglich ärztlichen Rat einholen.
Auch eine Sitzung mit staatlicher Lizenz passt nicht zu jedem Gesundheitszustand. Das Nationale Verbraucherzentrum Japans berichtete im selben Bericht von 2012 auch über Beratungsanfragen zu Sitzungen bei Personen mit der Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“ oder „柔道整復師“. Es forderte sie auf, gesundheitliche Schäden zu vermeiden.
05So prüfen Sie es (Schild, Aushang und Wortwahl)
- Schild und Aushang: Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales nennt als Anhaltspunkte die Angabe der staatlichen Lizenz auf dem Schild, den Aushang der Anzeige und der Lizenzurkunde (oder eines Schriftstücks mit ihrem Inhalt) in der Einrichtung sowie den 「厚生労働大臣免許保有証」. Dieser Ausweis wird nur auf Wunsch ausgestellt. Wer keinen hat, ist deshalb nicht automatisch ohne Lizenz.
- Wortwahl: Einrichtungen mit staatlicher Lizenz dürfen ihre Lizenz angeben, etwa 「あん摩マッサージ指圧師(国家資格保有)」(„Anma Massage Shiatsu Practitioner (Inhaber einer staatlichen Lizenz)“) (Werberichtlinie 2025). 「整体師」(„Seitai-Praktiker“), 「カイロプラクター」(„Chiropraktiker“) und 「○○協会認定」(„zertifiziert vom Verband ○○“) sind keine Bezeichnungen staatlicher Lizenzen.
- Die einzelnen Schritte erklären wir auf Englisch: How to choose a nationally licensed practitioner in Japan (Seite auf Englisch).
06Wenn etwas nicht stimmt
- Bei körperlichen Problemen: Wenden Sie sich zuerst an eine medizinische Einrichtung. Die Verbraucherschutzbehörde rät, Auffälligkeiten der Einrichtung mitzuteilen, in der die Sitzung stattfand, und so bald wie möglich ärztlichen Rat einzuholen.
- Bei Streit um Rückerstattungen, Verträge und Ähnliches: der 「訪日観光客消費者ホットライン」 (Consumer Hotline for Tourists) des Nationalen Verbraucherzentrums Japans (国民生活センター).
- Telefon 03-5449-0906 (aus dem Ausland +81-3-5449-0906). Es fallen Telefongebühren an.
- Montag bis Freitag 10:00–12:00 und 13:00–16:00 Uhr. Geschlossen an Wochenenden, Feiertagen und vom 29. Dezember bis 3. Januar.
- Sprachen: Englisch, Chinesisch, Koreanisch, Thai, Vietnamesisch, Französisch und Japanisch. Deutsch wird nicht angeboten. Eine Beratung auf Englisch ist möglich.
- Die Hotline befasst sich nur mit Verbraucherproblemen. Touristeninformation, Fundsachen, Vorfälle und Unfälle sowie Krankheit oder Verletzung gehören nicht dazu. Sie berät telefonisch, damit Sie selbst mit dem Unternehmen verhandeln können. Gegenüber Unternehmen hat sie keine rechtlichen Zwangsmittel und keine Aufsichtsbefugnis.
- Webseite (Englisch): Consumer Hotline for Tourists
- Wer Japanisch spricht, kann auch die Verbraucher-Hotline 「188」 anrufen (ohne Vorwahl). Sie vermittelt an eine nahe Verbraucherberatungsstelle (Verbraucherschutzbehörde).
- Fragen zur Lizenz der Praktizierenden oder zur Einrichtung: das nächstgelegene Gesundheitsamt, 「保健所」(Hokenjo) (Merkblatt des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales). Das Hokenjo ist die Stelle der japanischen Kommunen für öffentliche Gesundheit. Das Nationale Verbraucherzentrum Japans rät, Schäden einer Verbraucherberatungsstelle zu melden und zugleich auch ein Zentrum für medizinische Sicherheit (医療安全支援センター) oder das Hokenjo zu informieren.
07Häufige Fragen
Lässt sich am Namen allein erkennen, ob eine staatliche Lizenz dahintersteht?
Nicht zuverlässig. Das Ministerium für Gesundheit, Arbeit und Soziales schreibt zu Anbietern ohne staatliches Lizenzsystem, etwa sogenanntem Seitai, Chiropraktik, Relaxation oder Fußsohlenmassage: 「国家資格の有無を見分けづらいという声があります」(„Es gibt Stimmen, dass schwer zu erkennen ist, ob eine staatliche Lizenz vorliegt.“). Anhaltspunkte sind die Angabe der Lizenz auf dem Schild sowie der Aushang der Anzeige und der Lizenzurkunde in der Einrichtung. Ist nichts ausgehängt, fragen Sie am Empfang nach der genauen Bezeichnung der staatlichen Lizenz der Person, die Ihre Sitzung gibt.
Wenn auf dem Schild „Massage“ steht, hat die Person dann eine staatliche Lizenz?
Nicht unbedingt. Nach japanischem Recht braucht, wer Massage berufsmäßig ausübt, die staatliche Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“ (Anma Massage Shiatsu Practitioner) (Gesetz Nr. 217 von 1947, Artikel 1). Das Merkblatt des Ministeriums nennt aber 「足裏マッサージ」(„Fußsohlenmassage“) als Beispiel ohne staatliches Lizenzsystem. Das Wort auf dem Schild genügt also nicht. Prüfen Sie die Aushänge in der Einrichtung oder die Lizenzurkunde selbst.
Sind Relaxation, Momihogushi und Seitai in Japan verboten?
Nicht pauschal. Der Oberste Gerichtshof entschied 1960, dass das gesetzliche Verbot medizinähnlicher Handlungen nur 「人の健康に害を及ぼす虞のある業務行為」(„berufliche Handlungen, die die Gesundheit von Menschen gefährden können“) erfasst. Unabhängig vom Namen verstößt aber gegen Artikel 1 des Gesetzes Nr. 217 von 1947, wer ohne Lizenz berufsmäßig etwas ausübt, das objektiv Anma, Massage oder Shiatsu ist. Was zutrifft, hängt davon ab, was im einzelnen Fall tatsächlich gemacht wird.
Ist Chiropraktik in Japan eine staatliche Lizenz?
Nein. In Japan gibt es für Chiropraktik kein staatliches Lizenzsystem (Merkblatt des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales). Das damalige Ministerium für Gesundheit und Soziales nannte 1991 in einer Mitteilung Erkrankungen, für die sie nicht geeignet ist, die Notwendigkeit, eine gefährliche Technik am Hals zu verbieten, und die ärztliche Abklärung, wenn Symptome anhalten. 「カイロプラクター」(„Chiropraktiker“) ist in Japan keine Bezeichnung einer staatlichen Lizenz.
Ist es sicher, sich den Nacken „knacken“ zu lassen?
Eine amtliche Mitteilung stuft das plötzliche Drehen und Überstrecken der Halswirbelsäule als hohes Risiko ein. Das damalige Ministerium für Gesundheit und Soziales schrieb 1991: 「頚椎に対する急激な回転伸展操作を加えるスラスト法は、患者の身体に損傷を加える危険が大きいため、こうした危険の高い行為は禁止する必要がある」(„Die Thrust-Technik, bei der die Halswirbelsäule plötzlich gedreht und überstreckt wird, birgt ein großes Risiko, den Körper des Patienten zu verletzen; daher ist es notwendig, solche Handlungen mit hohem Risiko zu verbieten.“). Wenn Sie eine Erkrankung an Hals oder Wirbelsäule haben oder kräftige Griffe Sie verunsichern, fragen Sie vor der Sitzung eine Ärztin oder einen Arzt. Die Verbraucherschutzbehörde rät außerdem, Schmerzen oder Unbehagen sofort mitzuteilen und rasch ärztlichen Rat einzuholen, wenn Sie sich nach der Sitzung unwohl fühlen.
Wo bekomme ich Hilfe, wenn es mir nach einer Sitzung schlecht geht?
Bei körperlichen Problemen wenden Sie sich zuerst an eine medizinische Einrichtung. Die Verbraucherschutzbehörde rät, Auffälligkeiten der Einrichtung mitzuteilen, in der die Sitzung stattfand, und so bald wie möglich ärztlichen Rat einzuholen. Bei Streit um Rückerstattungen oder Verträge hilft der 「訪日観光客消費者ホットライン」 (Consumer Hotline for Tourists) unter 03-5449-0906 (werktags). Deutsch wird dort nicht angeboten, eine Beratung auf Englisch ist möglich. Wer Japanisch spricht, kann auch die Verbraucher-Hotline 「188」 anrufen. Für Fragen zur Lizenz der Praktizierenden oder zur Einrichtung ist das örtliche Gesundheitsamt (保健所, Hokenjo) zuständig.
08Über den Namikoshi Shiatsu Salon
Alle Praktizierenden im Namikoshi Shiatsu Salon (Imperial Hotel Tokyo, Zwischengeschoss des Haupthauses) besitzen die japanische staatliche Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“ (Anma Massage Shiatsu Practitioner). Der Salon ist eine nach Artikel 9-2 des Ahaki-Gesetzes angezeigte Einrichtung. Die Lizenz der Person, die Ihre Sitzung gibt, können Sie am Empfang erfragen. Shiatsu wird hier auf Grundlage der japanischen staatlichen Lizenz „あん摩マッサージ指圧師“ (Anma Massage Shiatsu Practitioner) ausgeübt. Es ersetzt keine ärztliche Diagnose und keine ärztliche Behandlung.
Quellen (Originale am 5. Oktober 2026 geprüft)
Die deutschen Wiedergaben japanischer Gesetze und amtlicher Texte auf dieser Seite sind inoffizielle Übersetzungen des Namikoshi Shiatsu Salon.
- あん摩マツサージ指圧師、はり師、きゆう師等に関する法律(昭和22年法律第217号)第1条・第4条・第5条・第7条・第9条の2・第12条・第13条の7 — Gesetz über Anma-Massage-Shiatsu-Praktizierende, Akupunktur- und Moxibustions-Praktizierende usw. (Gesetz Nr. 217 von 1947), Artikel 1, 4, 5, 7, 9-2, 12 und 13-7
- 柔道整復師法(昭和45年法律第19号)第15条・第16条・第17条・第19条・第24条・第29条 — Gesetz über Judo Therapists (Gesetz Nr. 19 von 1970), Artikel 15, 16, 17, 19, 24 und 29
- 医師法(昭和23年法律第201号)第17条・第31条 — Ärztegesetz (Gesetz Nr. 201 von 1948), Artikel 17 und 31
- 不当景品類及び不当表示防止法(昭和37年法律第134号)第5条第1号・第7条第2項 — Gesetz gegen ungerechtfertigte Prämien und irreführende Angaben (Gesetz Nr. 134 von 1962), Artikel 5 Nr. 1 und Artikel 7 Abs. 2
- 最高裁判所大法廷 昭和35年1月27日判決(昭和29年(あ)第2990号・刑集14巻1号33頁) — Oberster Gerichtshof, Großer Senat, Urteil vom 27. Januar 1960
- 厚生省医務局長通知 昭和35年3月30日 医発第247号の1「いわゆる無届医業類似行為業に関する最高裁判所の判決について」 — Mitteilung Ihatsu Nr. 247-1 des Ministeriums für Gesundheit und Soziales vom 30. März 1960
- 厚生省医務局長回答 昭和35年6月13日 医発第467号 — Antwort Ihatsu Nr. 467 des Ministeriums für Gesundheit und Soziales vom 13. Juni 1960
- 厚生省健康政策局医事課長通知 平成3年6月28日 医事第58号「医業類似行為に対する取扱いについて」 — Mitteilung Iji Nr. 58 vom 28. Juni 1991, „Zum Umgang mit medizinähnlichen Handlungen“
- 厚生労働省リーフレット「あん摩マッサージ指圧師、はり師及びきゅう師と無資格者との判別について」 — Merkblatt des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales zur Unterscheidung von Lizenzinhabern und Anbietern ohne Lizenz
- 厚生労働省「あはき・柔整広告ガイドライン」令和7年2月18日(医政発0218第1号) — Werberichtlinie des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales für Anma-Massage-Shiatsu, Akupunktur, Moxibustion und Judo-Seifuku, 18. Februar 2025
- 厚生労働省「あん摩マッサージ指圧師、はり師及びきゅう師と無資格者との判別について」(案内ページ) — Informationsseite des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales zum Lizenzausweis und zum Merkblatt
- 内閣答弁書 令和元年5月31日(内閣参質一九八第六二号・参議院議員櫻井充君提出あはき法に関する質問に対する答弁書) — Schriftliche Antwort des Kabinetts an das Oberhaus vom 31. Mai 2019 (Nr. 198-62)
- 内閣答弁書 平成17年11月4日(内閣衆質一六三第三六号・無資格マッサージ等の対策と視覚障害者の雇用確保に関する質問に対する答弁書) — Schriftliche Antwort des Kabinetts an das Unterhaus vom 4. November 2005 (Nr. 163-36)
- 消費者庁 News Release 平成29年5月26日「法的な資格制度がない医業類似行為の手技による施術は慎重に」(大阪市掲載の写し) — Pressemitteilung der Verbraucherschutzbehörde vom 26. Mai 2017 (Kopie auf der Website der Stadt Osaka)
- 国民生活センター 報道発表資料 平成24年8月2日「手技による医業類似行為の危害-整体、カイロプラクティック、マッサージ等で重症事例も-」(厚生労働省 審議会資料に収録の写し) — Pressemitteilung des Nationalen Verbraucherzentrums Japans vom 2. August 2012 (Kopie in Unterlagen eines Ausschusses des Ministeriums für Gesundheit, Arbeit und Soziales)
- 消費者庁「消費者ホットライン」 — Verbraucherschutzbehörde, Verbraucher-Hotline 188
- 国民生活センター「訪日観光客消費者ホットライン」 — Nationales Verbraucherzentrum Japans, Consumer Hotline for Tourists (englische Seite)